{"id":4988,"date":"2022-09-14T12:49:32","date_gmt":"2022-09-14T10:49:32","guid":{"rendered":"https:\/\/cecluxembourg.addedsense.eu\/themen\/consommation-durable\/"},"modified":"2024-06-20T14:34:54","modified_gmt":"2024-06-20T12:34:54","slug":"nachhaltiger-konsum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cecluxembourg.lu\/de\/themen\/nachhaltiger-konsum\/","title":{"rendered":"Nachhaltiger Konsum"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p>Nachhaltiger Konsum ist ein wichtiger Punkt auf der <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/ip_20_2069?fbclid=IwAR2_FNNMmKQwoZLkWXI4uE6v7hWXl2NUqRzRYItDatKmcr79XeYTNnaeWW0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Agenda der Europ\u00e4ischen Kommission<\/a>, aber auch bei den Verbrauchern. Laut einer <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/files\/consumer-conditions-scoreboard-2019-edition_de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umfrage<\/a> denken mehr als 50 % beim Einkaufen an die Umwelt.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcne Pakt f\u00fcr Europa sieht als Ziel vor, bis 2050 klimaneutral zu sein, und die Europ\u00e4ische Kommission hat Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft ergriffen.<\/p>\n<p>So wurde das europ\u00e4ische Energielabel seit dem 1. M\u00e4rz 2021 komplett \u00fcberarbeitet und vereinfacht. Es ist in ganz Europa anwendbar und hilft Ihnen somit, beim Kauf von Elektroger\u00e4ten eine bewusste Entscheidung zu treffen.<\/p>\n<p>Das Recht auf Reparatur trat ebenfalls am 1. M\u00e4rz 2021 f\u00fcr Haushaltsger\u00e4te wie K\u00fchlschr\u00e4nke, Waschmaschinen, W\u00e4schetrockner und Geschirrsp\u00fcler in Kraft. Seit diesem Datum sind Hersteller und Importeure verpflichtet, professionellen Reparaturwerkst\u00e4tten und Verbrauchern mindestens 7 bis 10 Jahre lang, nachdem die letzte Einheit eines Modells auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht wurde, eine Reihe von wichtigen Teilen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Umweltbewusstes Konsumieren setzt voraus, dass man versteht, was ein umweltbewusstes Produkt ist. Es handelt sich dabei um ein Produkt, das w\u00e4hrend seines gesamten Lebenszyklus weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat, d. h. von der Gewinnung der Rohstoffe \u00fcber das Design, den Transport, die Nutzung und das Recycling. Versuchen Sie, umweltfreundliche Produkte im Internet zu finden, die Auswirkungen ihrer Lieferung zu begrenzen, R\u00fccksendungen von Bestellungen zu vermeiden, Ihre Produkte zu reparieren und zu recyceln und werden Sie so zu umweltbewussten europ\u00e4ischen Verbrauchern!<\/p>\n\t<h2>Nachhaltige \u201eBest Practices&#8220; aus ganz Europa<\/h2>\n<p>Der erste klimaneutrale Kontinent werden: Das ist das Ziel, das sich Europa gesteckt hat und mithilfe des <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/strategy\/priorities-2019-2024\/european-green-deal_de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Green Deal<\/a> (Europ\u00e4ischer Gr\u00fcner Deal) bis 2050 erreichen m\u00f6chte. Insbesondere im Verbraucherschutz spiegeln sich diese Bem\u00fchungen konkret wieder.<\/p>\n<p>Daneben gibt es aber auch zahlreiche nationale und lokale Initiativen f\u00fcr mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Einige davon gehen sogar \u00fcber die EU-Gesetzgebung hinaus oder verfolgen besonders innovative Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Weltverbrauchertages am 15. M\u00e4rz stellt das Europ\u00e4ische Verbraucherzentrum Luxemburg diese nachhaltigen Initiativen vor.<\/p>\n<h3>\u00d6sterreichische Reparatur-Gutscheine<\/h3>\n<p>Mithilfe von <strong>Reparaturbons<\/strong> bek\u00e4mpft das Land tonnenweise Elektroschrott. Die Gutscheine decken die H\u00e4lfte der Reparaturkosten bis zu einem H\u00f6chstbetrag von 200 Euro ab. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger werden so ermutigt, Geld in eine Reparatur zu investieren anstatt ein Ger\u00e4t wegzuwerfen und ein neues zu kaufen. Seit 2020 ist das Programm in der Hauptstadt Wien ein gro\u00dfer Erfolg und wird 2022 auf das ganze Land ausgeweitet.<\/p>\n<h3>Belgien<\/h3>\n<p>In Belgien gibt es Second-Hand-L\u00e4den namens \u201eDe Kringwinkel&#8220; oder \u201eLes Petits Riens&#8220; mit Standorten im ganzen Land. Dort kann jeder M\u00f6bel, K\u00fcchenutensilien und \u00e4hnliche Dinge abgeben, die er nicht mehr braucht. Oder sie zu einem Schn\u00e4ppchenpreis erwerben.<\/p>\n<h3>Bulgarien<\/h3>\n<p>Ein multinationales Bekleidungsunternehmen, das in Bulgarien t\u00e4tig ist, ermutigt die Verbraucher, ihre abgetragenen Kleidungsst\u00fccke in seinen Gesch\u00e4ften abzugeben. Die Kleidung wird vor Ort angenommen, und der H\u00e4ndler k\u00fcmmert sich darum, dass die Kleidung wiederverwendet oder recycelt wird. Wenn die Kunden ihre Altkleider im Gesch\u00e4ft abgeben, erhalten sie einen Gutschein, den sie bei ihrem n\u00e4chsten Einkauf einl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Kroatien<\/h3>\n<p>Die kroatische Online-Plattform \u201eBurza otpada&#8220; (Abfallb\u00f6rse) bringt Unternehmen zusammen. Sie f\u00f6rdert den Austausch von Informationen \u00fcber das Angebot und die Nachfrage von Sekund\u00e4rrohstoffen, die in einem Produktionsprozess anfallen oder aus der Abfallwirtschaft stammen. Das Projekt, das 2017 ins Leben gerufen wurde, wirkt sich indirekt auf die Verbraucher aus, da es darauf abzielt, die Abfallentsorgung zu reduzieren und einen nachhaltigen Ansatz f\u00fcr die Bewirtschaftung von Prim\u00e4rressourcen zu verfolgen und dadurch die Lebensbedingungen f\u00fcr alle zu verbessern.<\/p>\n<h3>Zypern<\/h3>\n<p>Zypern f\u00f6rdert den Kauf eines neuen Fahrrads und gew\u00e4hrt einen Zuschuss f\u00fcr die Reparatur und Wartung eines Fahrrads. Das Land verbietet auch die kostenlose Bereitstellung von d\u00fcnnen Plastiktragetaschen an Verkaufsstellen.<\/p>\n<h3>Tschechische Republik<\/h3>\n<p>In den letzten Jahren gibt es in Tschechien immer mehr Lebensmittelgesch\u00e4fte, in denen die Verbraucher z. B. Reis, Nudeln, Kaffee oder Tee kaufen und verlangen k\u00f6nnen, dass die Waren in mitgebrachten Beh\u00e4ltern verpackt werden, so dass kein Abfall aus Einweg-Plastikverpackungen anf\u00e4llt.<\/p>\n<h3>D\u00e4nemark<\/h3>\n<p>\u201eToo Good To Go&#8220; ist eine mobile App, die 2015 in D\u00e4nemark entwickelt wurde, um die Lebensmittelverschwendung zu bek\u00e4mpfen. Restaurants oder Gesch\u00e4fte stellen dort unverkaufte Essensreste oder Mahlzeiten ein, die sie sonst wegwerfen w\u00fcrden. Die Kunden k\u00f6nnen in der App nachsehen, was in ihrer N\u00e4he verf\u00fcgbar ist und die Lebensmittel zu meist sehr g\u00fcnstigen Preisen abholen. Eine Win-Win-Situation f\u00fcr Verbraucher, Restaurants und die Umwelt zugleich.<\/p>\n<h3>Frankreich:<\/h3>\n<h4>Reparatur statt Austausch von mangelhaften Produkten<\/h4>\n<p>Frankreich ermutigt Verbraucherinnen und Verbraucher von Gesetzes wegen dazu, mangelhafte Produkte vorzugsweise reparieren zu lassen als auf den Austausch gegen ein neues Produkt zu pochen. Beispielsweise wird der Lauf der Gew\u00e4hrleistungsfrist f\u00fcr den Zeitraum angehalten, in dem sich ein Artikel in Reparatur befindet. Oder durch eine Verl\u00e4ngerung der Gew\u00e4hrleistung um sechs Monate, wenn der Verbraucher den H\u00e4ndler um Reparatur bittet. In Frankreich beginnt die 2-j\u00e4hrige Gew\u00e4hrleistungsfrist sogar von neuem, wenn der H\u00e4ndler entscheidet, ein Ger\u00e4t auszutauschen anstatt es, wie verlangt, zu reparieren.<\/p>\n<h4>Gesetz gegen Vernichtung von Kleidung &amp; Co. in Deutschland<\/h4>\n<p>Mit einer \u00c4nderung des deutschen Gesetzes zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft m\u00f6chte der deutsche Gesetzgeber der Vernichtung von Neuwaren, \u00dcberproduktion und unn\u00f6tigen Retouren einen Riegel vorschieben. Bislang landen neuwertige und funktionst\u00fcchtige Waren oft im M\u00fcll, insbesondere Elektroartikel oder Bekleidung. Hersteller und H\u00e4ndler sollen zuk\u00fcnftig nachvollziehbar dokumentieren, wie sie mit unverkauften Produkten umgehen. Ob sie diese zum Beispiel spenden oder g\u00fcnstiger weiterverkaufen.<\/p>\n<h3>Italien<\/h3>\n<p>Die italienische Plattform NeXt-Nuova Economia per tutti bietet einen \u00dcberblick \u00fcber nachhaltige Best Practices im ganzen Land. Egal, ob diese von Unternehmen, Schulen, Gemeinden oder Start-ups durchgef\u00fchrt werden. Mit dem Tool \u201eVote for your Wallet&#8220; werden die Verbraucher dazu ermutigt, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen.<\/p>\n<h3>Lettland: Rabatt auf Kaffee im mitgebrachtem Becher<\/h3>\n<p>Mehrere lettische Tankstellen ermuntern Verbraucherinnen und Verbraucher dazu, ihren eigenen wiederverwendbaren Kaffeebecher mitzubringen. Auch eine der gr\u00f6\u00dften Einzelhandelsketten mit hunderten von Gesch\u00e4ften verfolgt diesen Ansatz. Kunden, die ihren eigenen Becher mitbringen, bekommen 10 bis 15 Prozent Rabatt auf den Kaffee. So soll die Menge an Abfallbechern im Land reduziert werden.<\/p>\n<h3>Kostenloser Nahverkehr in Luxemburg<\/h3>\n<p>Luxemburg ist das erste Land der Welt, das den \u00f6ffentlichen Nahverkehr kostenlos anbietet. Egal, ob Einwohner oder Touristen: Jeder kann einfach in den Zug, Bus oder die Stra\u00dfenbahn einsteigen, ohne einen Fahrschein l\u00f6sen zu m\u00fcssen. Ziel ist es, das Bewusstsein f\u00fcr umweltfreundliche Transportm\u00f6glichkeiten zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3>Malta<\/h3>\n<p>Das so genannte Getr\u00e4nkeverpackungs-Erstattungssystem schafft Anreize f\u00fcr die R\u00fcckgabe von Einweg-Getr\u00e4nkeverpackungen, indem beim Verkauf von Getr\u00e4nken wie Wasser, Erfrischungsgetr\u00e4nken, Apfelwein, Bier, trinkfertigem Kaffee und verd\u00fcnnbaren Getr\u00e4nken in Form von Glas-, PET- oder Metallflaschen und -dosen ein Pfand von 0,10 Euro erhoben wird. Die Erstattungsregelung soll in Malta ab dem 1. April 2022 eingef\u00fchrt werden. Dar\u00fcber hinaus wird den Verbrauchern in ganz Malta und Gozo ein Netz von R\u00fccknahmeautomaten f\u00fcr die R\u00fcckgabe von Getr\u00e4nkebeh\u00e4ltern zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<h3>Verpackungsfreier Online-Supermarkt in den Niederlanden<\/h3>\n<p>Der in Rotterdam ans\u00e4ssige \u201ePieter Pot&#8220; ist der erste verpackungsfreie Online-Supermarkt in den Niederlanden. Kunden kaufen Produkte in gro\u00dfen Mengen und bekommen sie in Pfandgl\u00e4sern geliefert. Die Gl\u00e4ser k\u00f6nnen anschlie\u00dfend zur\u00fcckgegeben werden. Sie werden gereinigt und neu bef\u00fcllt.<\/p>\n<h3>Norwegen<\/h3>\n<p>In Norwegen gibt es ein Pfandsystem f\u00fcr wiederverwertbare Flaschen und Dosen, mit dem alle Norweger vertraut sind. Im Eingangsbereich aller norwegischen Superm\u00e4rkte stehen Recycling-Automaten, und man erh\u00e4lt das Pfand zur\u00fcck, das man beim Kauf der Flasche oder Dose bezahlt hat. Im letzten Jahr wurden mehr als 92 % aller Flaschen und Dosen in Norwegen recycelt.<\/p>\n<h3>Polen<\/h3>\n<p>Ein Architekturb\u00fcro aus Wroc\u0142aw hat ein Projekt f\u00fcr ein mobiles Hotel entworfen, das aus einem isothermischen K\u00fchlwagen besteht. Sie verwenden Sattelschlepper, die wir normalerweise auf der Stra\u00dfe sehen und die bisher f\u00fcr den Transport von Lebensmitteln verwendet wurden, so dass sie die richtigen Eigenschaften haben, um eine bestimmte Temperatur im Inneren zu halten. Bei dem Projekt geht es um Upcycling, d. h. die Aufwertung des Materials und die Umwidmung von K\u00fchllastwagen in Hotelzimmer. \u201eGood spot&#8220; ist der erste Komplex in Polen, der mobile Unterk\u00fcnfte dieser Art anbietet.<\/p>\n<h3>Portugal<\/h3>\n<p>Die portugiesische Regierung hat ein Programm zur Bek\u00e4mpfung der Energiearmut aufgelegt. Es bezuschusst Arbeiten an H\u00e4usern, um sie energieeffizienter zu machen. Dazu geh\u00f6ren z. B. Geb\u00e4udeisolierung, nachhaltiges Heizen oder Verbesserungen an Fenstern und T\u00fcren.<\/p>\n<h3>Slowenien<\/h3>\n<p>In Slowenien f\u00fchrt das Reuse Centre, eine gemeinn\u00fctzige Organisation, Aktivit\u00e4ten zum nachhaltigen Konsum durch, getreu dem Motto: reduzieren, reparieren, wiederverwenden. Sie geben den Verbrauchern zum Beispiel die M\u00f6glichkeit, sich an der Reparatur eines Produkts zu beteiligen und ihnen die richtige Wartung beizubringen. Sie stellen auch neue Produkte aus bestehenden her (Upcycling).<\/p>\n<h3>Mehrwertsteuersenkungen auf Reparaturen in Schweden<\/h3>\n<p>Schweden hat seinen Mehrwertsteuersatz von 25 % auf 12 % gesenkt, wenn es um die Reparatur von Fahrr\u00e4dern, Schuhen, Lederwaren, Kleidung und Haushaltsw\u00e4sche geht. Handwerker d\u00fcrfen Reparaturen an gr\u00f6\u00dferen Elektroger\u00e4ten zu Preisen anbieten, die bis zu 50 % unter den tats\u00e4chlichen Kosten liegen &#8211; den Differenzbetrag bezahlt der Staat.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltiger Konsum ist ein wichtiger Punkt auf der Agenda der Europ\u00e4ischen Kommission, aber auch bei den Verbrauchern. Laut einer Umfrage denken mehr als 50 % beim Einkaufen an die Umwelt. 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